Formular-Plugins im Vergleich: Fluent Forms, WPForms, Gravity Forms und Contact Form 7

Das Kontaktformular ist auf den meisten Websites der wichtigste Baustein – und der am schlechtesten gepflegte. Vier verbreitete Lösungen im ehrlichen Vergleich.

Flexible Formulare realisiert mit WordPress

Kurz gesagt

  • Contact Form 7 ist kostenlos und schlank, verlangt aber technisches Verständnis und bietet von Haus aus keine Speicherung der Eingaben.
  • Fluent Forms ist das schnellste der großen Systeme und bringt die Anbindung an CRM und Ticketsystem des gleichen Herstellers mit.
  • WPForms punktet bei der Bedienung durch Nicht-Techniker, Gravity Forms bei komplexen, mehrstufigen Prozessen.
  • Die wichtigste Entscheidung ist nicht das Plugin, sondern was nach dem Absenden passiert.

Auf den meisten Unternehmenswebsites ist das Kontaktformular der einzige Ort, an dem aus einem Besucher eine Anfrage wird. Trotzdem ist es der Baustein, der am seltensten überprüft wird. Wir finden bei Übernahmen regelmäßig Formulare, die seit Monaten ins Leere senden – ohne dass es jemandem aufgefallen wäre.

Dieser Vergleich betrachtet vier verbreitete Lösungen aus der Perspektive des täglichen Betriebs, nicht aus der Perspektive einer Funktionsliste.

Contact Form 7

Der Klassiker, seit über fünfzehn Jahren dabei, kostenlos, auf Millionen Websites installiert. Formulare werden über eine eigene Kurzschreibweise in einem Textfeld definiert – wer HTML lesen kann, kommt damit gut zurecht, alle anderen nicht.

Dafür: schlank, kostenlos, sehr gut dokumentiert, unzählige Erweiterungen von Drittanbietern.

Dagegen: Eingaben werden nicht gespeichert – geht die Mail verloren, ist die Anfrage weg. Bedingte Felder, mehrstufige Formulare und Auswertungen gibt es nur über Zusatz-Plugins, womit der Schlankheitsvorteil schnell dahin ist. Für Redakteure ohne Technikhintergrund ist die Bedienung eine Hürde.

Passt für: einfache Kontaktformulare auf kleinen Seiten, betreut von jemandem mit technischem Verständnis. Wer es einsetzt, sollte unbedingt ein Plugin zur Speicherung der Eingaben ergänzen.

Fluent Forms

Der Newcomer, der sich innerhalb weniger Jahre in die erste Reihe gearbeitet hat. Fluent Forms setzt konsequent auf eigene Datenbanktabellen und lädt seine Dateien nur dort, wo ein Formular steht. In Ladezeit-Vergleichen liegt es regelmäßig vorn.

Dafür: schneller Aufbau per Drag-and-drop, bedingte Logik und Berechnungen auch in der kostenlosen Version bereits gut abgedeckt, saubere Speicherung aller Einträge, und – das ist der eigentliche Hebel – die nahtlose Übergabe an FluentCRM und Fluent Support. Eine Anfrage wird damit im selben Schritt zum Kontakt mit Schlagwort und zum Ticket.

Dagegen: Mehrstufige Formulare und einige Anbindungen sind der kostenpflichtigen Version vorbehalten. Das Ökosystem an Drittanbieter-Erweiterungen ist kleiner als bei den älteren Systemen.

Passt für: Unternehmenswebsites, bei denen Anfragen weiterverarbeitet werden sollen, und für Seiten, bei denen Ladezeit ein Thema ist. Wir setzen Fluent Forms in eigenen Projekten als Standard ein.

WPForms

Das Plugin mit der wahrscheinlich zugänglichsten Oberfläche. Vorlagen für gängige Formulartypen, ein aufgeräumter Baukasten, verständliche Einstellungen – wer noch nie ein Formular gebaut hat, kommt hier am schnellsten ans Ziel.

Dafür: sehr gute Bedienbarkeit, viele fertige Vorlagen, breite Auswahl an Anbindungen zu Newsletter- und Marketing-Diensten, ausgereifte Zahlungsintegration.

Dagegen: Die kostenlose Version ist deutlich beschnitten – schon Speicherung der Einträge und bedingte Logik gehören zu den bezahlten Funktionen. Die Preisstaffelung nach Funktionsumfang führt dazu, dass man für eine einzelne benötigte Funktion leicht in einer höheren Stufe landet.

Passt für: Teams, die ihre Formulare selbst pflegen wollen, ohne sich einzuarbeiten.

Gravity Forms

Der Veteran im Profisegment, ausschließlich kostenpflichtig. Gravity Forms wird dort eingesetzt, wo Formulare keine Kontaktformulare mehr sind, sondern Prozesse: Anträge, Bewerbungen, Konfiguratoren, Freigabeschleifen, Einträge, die direkt Inhalte auf der Website erzeugen.

Dafür: extrem ausgereifte bedingte Logik, mehrstufige Formulare mit Zwischenspeichern, ausgezeichnete Entwicklerschnittstellen, sehr großes Ökosystem an Erweiterungen, langjährig stabile Pflege.

Dagegen: kein kostenloser Einstieg, spürbar mehr Ballast als die schlanken Alternativen, und für ein simples Kontaktformular schlicht überdimensioniert.

Passt für: komplexe Antrags- und Genehmigungsstrecken, Portale, Konfiguratoren.

Gegenüberstellung

KriteriumContact Form 7Fluent FormsWPFormsGravity Forms
Kostenlose VersionVoll nutzbarUmfangreichStark begrenztKeine
Einträge werden gespeichertNur mit ZusatzJaAb bezahlter VersionJa
Bedienung ohne TechnikwissenSchwierigGutSehr gutGut
Ladezeit-EinflussGeringGeringMittelMittel bis hoch
Mehrstufige FormulareNur mit ZusatzBezahlte VersionBezahlte VersionJa
CRM- und Ticket-AnbindungÜber DritteNativ im Hersteller-ÖkosystemViele DiensteSehr viele Dienste

Spam: Was heute noch funktioniert

Formular-Spam hat sich verändert. Reine Bot-Einträge lassen sich mit einem versteckten Feld, einer Zeitmessung beim Absenden und einer Sperrliste für Begriffe gut abfangen. Was durchkommt, sind automatisierte Anfragen, die einem echten Kontakt täuschend ähnlich sehen.

  • Honeypot und Zeitmessung sind kostenlos, unsichtbar und fangen den Großteil ab. Immer zuerst aktivieren.
  • Captcha-Dienste funktionieren, sind aber datenschutzrechtlich zu bewerten und kosten Konversion. Wenn überhaupt, dann eine Variante ohne Rätselbilder.
  • Pflichtfelder mit Sinn helfen mehr als jede Technik: Ein Freitextfeld, das eine konkrete Frage stellt, filtert automatisierte Anfragen zuverlässig.

Was nach dem Absenden passiert, ist die eigentliche Frage

Die Plugin-Wahl ist schnell getroffen. Die Entscheidungen, die den Unterschied machen, liegen dahinter:

  1. Wer bekommt die Anfrage? Eine persönliche Adresse ist ein Ausfallrisiko. Besser ein Funktionspostfach oder ein Ticketsystem.
  2. Bekommt der Absender eine Bestätigung? Zwei Sätze, die sagen, dass die Anfrage angekommen ist und wann geantwortet wird, ersparen die Hälfte der Nachfassanrufe.
  3. Landet die Anfrage in einem System? Eine Mail im Posteingang ist keine Wiedervorlage.
  4. Kommen die Mails überhaupt an? Ohne authentifizierten SMTP-Versand landen Formularmails regelmäßig im Spam – auf beiden Seiten.
  5. Wie lange werden die Daten gespeichert? Gespeicherte Einträge sind personenbezogene Daten und brauchen eine Frist.

Und der wichtigste Punkt zum Schluss, ganz ohne Technik: Testen Sie Ihr Formular einmal im Monat selbst. Abschicken, prüfen, ob die Mail ankommt, prüfen, ob der Eintrag gespeichert wurde. Diese zwei Minuten haben schon mehr Anfragen gerettet als jede Optimierung.

Wie aus einem Formular eine Anfrage wird

Technisch funktionierende Formulare, die trotzdem kaum Anfragen bringen, sind ein häufiges Bild. Meist liegt es an fünf Details, die nichts mit dem Plugin zu tun haben:

  • Zahl der Felder. Jedes zusätzliche Pflichtfeld kostet Abschlüsse. Die ehrliche Frage lautet nicht „was wäre gut zu wissen“, sondern „was brauchen wir, um antworten zu können“.
  • Begründete Abfragen. Wenn die Telefonnummer sein muss, schreiben Sie dazu, warum – „für Rückfragen, falls die Mail nicht ankommt“ senkt die Hemmschwelle spürbar.
  • Sichtbare Beschriftungen. Platzhaltertext im Feld verschwindet beim Tippen. Wer dann unterbrochen wird, weiß nicht mehr, was gefragt war – und das ist zugleich ein Barrierefreiheitsproblem.
  • Passende Tastatur auf dem Handy. Felder für E-Mail und Telefon sollten den richtigen Feldtyp haben, damit das Gerät die passende Tastatur zeigt.
  • Eine echte Danke-Seite. Statt einer eingeblendeten Meldung eine eigene Seite: Sie sagt, wie es weitergeht, lässt sich als Ziel messen und gibt dem Absender das Gefühl, angekommen zu sein.

Und eine Einwilligungs-Checkbox gehört in jedes Formular, das personenbezogene Daten erhebt – mit Link auf die Datenschutzerklärung, nicht vorausgewählt und knapp formuliert.

Kommt bei Ihnen an, was abgeschickt wird?

Wir prüfen Formulare, Mailversand und Weiterverarbeitung und bauen daraus einen Ablauf, bei dem keine Anfrage mehr verloren geht.

Häufige Fragen

Welches Formular-Plugin ist das beste für WordPress?

Es gibt kein bestes Plugin für alle Fälle. Für einfache Kontaktformulare mit technischer Betreuung genügt Contact Form 7. Für Unternehmenswebsites, deren Anfragen weiterverarbeitet werden, ist Fluent Forms wegen Geschwindigkeit und CRM-Anbindung eine sehr gute Wahl. WPForms eignet sich für Teams, die selbst pflegen wollen, Gravity Forms für komplexe Antrags- und Genehmigungsprozesse.

Speichert Contact Form 7 die Formulareingaben?

Nein. Contact Form 7 versendet die Eingaben ausschließlich per E-Mail und speichert sie nicht in der Datenbank. Geht die Mail verloren oder landet sie im Spam, ist die Anfrage nicht mehr nachvollziehbar. Wer Contact Form 7 einsetzt, sollte deshalb ein ergänzendes Plugin zur Speicherung der Einträge installieren.

Wie schütze ich WordPress-Formulare vor Spam?

Am wirksamsten ist die Kombination aus einem versteckten Honeypot-Feld, einer Zeitmessung beim Absenden und einer Sperrliste für typische Spam-Begriffe. Diese Maßnahmen sind unsichtbar, kostenlos und beeinträchtigen echte Nutzer nicht. Captcha-Dienste sind erst die zweite Stufe, weil sie datenschutzrechtlich zu bewerten sind und die Abbruchquote erhöhen.

Warum kommen meine Formular-Mails nicht an?

In der Regel, weil WordPress die Mails über die PHP-Funktion des Servers ohne Authentifizierung verschickt. Empfänger stufen solche Nachrichten oft als Spam ein. Abhilfe schafft ein SMTP-Plugin, das über ein echtes Postfach versendet, zusammen mit korrekten SPF-, DKIM- und DMARC-Einträgen in der Domain. Ein Mail-Log zeigt anschließend, ob der Versand erfolgreich war.

Sind gespeicherte Formulareinträge DSGVO-relevant?

Ja. Gespeicherte Einträge enthalten personenbezogene Daten und benötigen eine Rechtsgrundlage, eine Information in der Datenschutzerklärung und eine definierte Speicherfrist mit anschließender Löschung. Viele Formular-Plugins bieten dafür eine automatische Bereinigung nach einer einstellbaren Zahl von Tagen.

Manfred Apoloner
Manfred Apoloner

ist Digitalisierungs- und Kommunikationsexperte bei der cobizz GmbH in Wuppertal. Seit über 20 Jahren begleitet er Unternehmen dabei, im Netz sichtbar zu sein – von den ersten SEO-Projekten bis zur KI-optimierten Suche von heute. wps³.de ist unser spezialisiertes Angebot für WordPress-Betreiber, die mehr benötigen als nur eine WordPress-Website.

Artikel: 12

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Häufig gestellte Fragen und die Antworten dazu

E-Mail:
Was beinhaltet der Webdesign- und Entwicklungsprozess?
Am Anfang steht ein Gespräch: Ziel, Zielgruppe, Zeitrahmen, Budget.

Danach erhalten Sie ein Angebot mit Festpreis, keine Abrechnung nach Stunden. Wir bauen die Seite auf unserem Server auf, Sie sehen den Fortschritt jederzeit und geben frei, bevor es weitergeht.

Zum Abschluss richten wir Technik, SEO-Grundlagen, Rechtstexte, Cookie-Hinweis und Backups ein und weisen Ihr Team ein. Danach entscheiden Sie, ob Sie selbst pflegen oder wir das übernehmen.
Der überwiegende Teil unserer Kunden sind kleine und mittlere Unternehmen: Handwerksbetriebe, Praxen, Vereine, Händler, Dienstleister.

Für genau diese Größe ist unser Ansatz gemacht. Wir setzen fertige, lizenzierte Bausteine ein, statt jedes Projekt von Grund auf zu entwickeln. Das hält die Kosten in einem Rahmen, den auch ein Betrieb mit zehn Mitarbeitern tragen kann.

Und wenn ein Vorhaben besser bei einer größeren Agentur oder bei einem Individualentwickler aufgehoben ist, sagen wir Ihnen das im Erstgespräch.
Ja, das ist sogar der häufigere Fall.

Wir sehen uns zuerst an, was vorhanden ist: WordPress- und PHP-Version, Theme, Plugins, Sicherheitslage, Ladezeit und Sichtbarkeit. Oft lässt sich eine gewachsene Seite mit überschaubarem Aufwand wieder in Ordnung bringen. Manchmal ist ein Neuaufbau am Ende günstiger als das Reparieren – das sagen wir Ihnen offen, bevor Sie sich entscheiden.

Einen ersten Überblick bekommen Sie mit unserem kostenlosen WordPress-Check.
Wir arbeiten mit WordPress und einem eingespielten Satz an Erweiterungen, für die wir Agenturlizenzen halten: unter anderem Blocksy, Greenshift, SEOPress Pro und ACF, je nach Projekt dazu WooCommerce, Amelia, Voxel, Tutor LMS oder FluentCRM.

Das ist unser Kostenvorteil: Sie zahlen nicht für Entwicklung, die es längst gibt.

Die Website gehört Ihnen – Inhalte, Datenbank und Gestaltung geben wir jederzeit vollständig heraus. Die Lizenzen laufen über uns, solange Sie bei uns hosten oder ein Wartungspaket haben. Trennen wir uns, nennen wir Ihnen die betroffenen Erweiterungen samt Preis, damit Sie sie selbst lizenzieren können. Ihre Seite läuft auch ohne diese Lizenzen weiter – sie bekommt für die betroffenen Erweiterungen dann nur keine Updates mehr.
Ja. Nach dem Start können Sie die Seite selbst pflegen – wir weisen Sie und Ihr Team ein – oder Sie geben die Betreuung an uns ab.

Unsere Wartungspakete beginnen bei 49 € im Monat, sind monatlich kündbar und enthalten Updates, Backups, Sicherheitsprüfung und einen Ansprechpartner, der Ihre Seite kennt.

Wenn es brennt, erreichen Sie uns über die Notfallhilfe – auch dann, wenn Sie kein Wartungspaket bei uns haben.

Newsletter abonnieren

Geben Sie Ihre Mailadresse ein und erhalten Sie unseren monatlichen Newsletter rund um WordPress.
Newsletter

Sie haben noch Fragen?

Buchen Sie einen unverbindlichen kurzen Telefontermin und wir besprechen Ihr Projekt und wie wir Sie dabei unterstützen können.